Netzwerk

🔒 Heimnetzwerk absichern: So wird dein Router zur Festung

Florian Muff · 1. April 2026 · 3 Min. Lesezeit

Der Router ist das Eingangstor zu deinem Heimnetzwerk: und damit zu allen Geräten darin: Computer, Smartphones, Smart-TV, Sicherheitskameras, vielleicht sogar Heizungssteuerung. Die meisten Router verlassen die Fabrik mit unsicheren Standardeinstellungen. Das lässt sich in 20 Minuten ändern.

Massnahme 1: Standard-Passwort sofort ändern

Jeder Router kommt mit einem Administratoren-Passwort: und diese Standardpasswörter sind öffentlich in Datenbanken aufgelistet. "admin/admin", "admin/password" oder das aufgedruckte Passwort auf der Routerunterseite. Wer ins lokale Netzwerk kommt, kann mit diesen Daten den Router übernehmen.

Aktion: Öffne die Router-Oberfläche (meist 192.168.1.1 oder 192.168.0.1 im Browser), melde dich mit den aktuellen Zugangsdaten an und ändere das Admin-Passwort zu einem starken, einzigartigen Passwort.

Massnahme 2: WLAN-Passwort stark setzen

Das WLAN-Passwort ist das zweite wichtige Kennwort. Mindestens 12 Zeichen, keine persönlichen Informationen (Name, Adresse, Geburtsjahr), am besten eine Passphrase. Auch wenn Nachbarn deinen WLAN-Namen sehen: ohne starkes Passwort kommen sie trotzdem nicht rein.

Tipp

WPA3 ist der aktuelle Verschlüsselungsstandard. Falls dein Router es unterstützt, auf WPA3 oder WPA2+WPA3 Mixed umstellen. WEP und WPA (ohne Versionsnummer) sind unsicher und sollten nicht mehr verwendet werden.

Massnahme 3: Router-Firmware aktualisieren

Router-Hersteller beheben regelmässig Sicherheitslücken per Firmware-Update. Die meisten Router haben diese Updates nie erhalten weil niemand daran denkt. In der Router-Oberfläche unter "Firmware" oder "Software-Update" nach verfügbaren Updates suchen: oder automatische Updates aktivieren falls verfügbar.

Massnahme 4: Gäste-WLAN aktivieren

Für Besucher und IoT-Geräte (Smart-TV, Saugroboter, Türklingel) ein separates Gäste-WLAN einrichten. Geräte in diesem Netzwerk können nicht mit deinen Computern kommunizieren. Das ist wichtig weil viele IoT-Geräte schlechte Sicherheitsstandards haben.

Die meisten modernen Router haben diese Funktion eingebaut. In der Router-Oberfläche unter "WLAN" oder "Netzwerk" suchen.

Massnahme 5: Fernzugriff deaktivieren

Viele Router haben eine Funktion die Fernverwaltung über das Internet erlaubt. Das brauchen Privatpersonen fast nie: und es ist ein Angriffsvektor. In den Router-Einstellungen sicherstellen dass "Fernzugriff", "Remote Management" oder "WAN-Zugriff" deaktiviert ist.

Bonus: Regelmässig prüfen wer im Netzwerk ist

In der Router-Oberfläche unter "Verbundene Geräte" oder "DHCP-Liste" siehst du alle aktuell eingeloggten Geräte. Kennst du sie alle? Unbekannte Geräte sind ein Warnsignal.

Ältere Router

Router die älter als 5-7 Jahre sind, erhalten oft keine Firmware-Updates mehr. Dann ist ein neues Gerät die sicherste Option. Aktuelle Empfehlungen unter CHF 100: Fritzbox 4060 oder Asus RT-AX57.

20-Minuten-Checkliste: Heimnetzwerk absichern

Florian Muff
Head of Customer Success bei SignalFisher, CyberSeal Lead Auditor und im Vorstand der Allianz Digitale Sicherheit Schweiz. Schreibt jeden Mittwoch über Cybersecurity: praxisnah und ohne Fachjargon.

Kostenlose Vorlagen für dein Unternehmen

Druckfertige Cybersecurity-Checklisten und Notfallpläne: gratis, sofort verwendbar.

Vorlagen herunterladen →